Eltern stehen heute verschiedene individuelle Betreuungsformen zur Verfügung. Je nach Situation ist eine Nanny, eine Tagesmutter, ein Au-Pair oder ein Babysitter die passende Betreuungshilfe. Nachstehend werden sie genauer beschrieben und erklärt. Es wird der Einfachheit halber nur die weibliche Form verwendet.

 

Nanny

Die Nanny wird auch Kindermädchen, Kinderfrau, oder Kinderbetreuerin genannt. Sie wohnt in ihrer eigenen Wohnung. Aus verschiedenen Gründen kann eine „live in“-Nanny, die in eigenem Zimmer bei der Familie wohnt,  der Situation besser entsprechen. Im Rahmen von Vereinbarungen mit der Familie über die Erziehung, Förderung und Ernährung gestaltet die Nanny den Tag mit den Kindern selbstständig. Sie ist zuständig für das Wohlergehen und die Erziehung der Kinder und kleinere Hausarbeiten, die im Zusammenhang mit den Kindern anfallen. Im Zentrum stehen die zuverlässige Betreuung sowie altersgemässe Förderung und Begleitung der Kinder. Eine qualifizierte Nanny hat einen Lehrgang Nanny SRK, eine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung, Kindergärtnerin oder Kinderkrankenschwester. Je nach Alter und Ausbildung der Nanny bringt sie Berufserfahrung und -kenntnisse mit. Die Kinder haben immer erste Priorität. Das Betreuungsverhältnis  zwischen Nanny und Kinder ist meistens regelmässig und langfristig.

Vorteil: Das Kind ist in seinem vertrauten Umfeld. Der Tagesablauf bleibt derselbe, unabhängig der Arbeitssituation der Eltern.

 

Tagesmutter

Die Tagesmutter bietet den Tageskindern eine familienähnliche Betreuung. Sie betreut bis zu 5 Kinder (maximal 3, wenn diese unter 18 Monate alt sind) in ihrem eigenen Zuhause. Die Tageskinder werden in den Familienalltag integriert und erleben eine familiäre und kinderfreundliche Umgebung. Durch die Aufnahme von Tageskindern entsteht eine “Grossfamilie“, in der ein Kind viele Möglichkeiten hat, seine sozialen Kompetenzen auf natürliche Weise zu entwickeln. Die Tagesfamilie kann auf individuelle Bedürfnisse von Kindern wie zum Bespiel Diätkost oder Behinderungen und spezielle Arbeitszeiten von Eltern eingehen. Auf veränderten Bedürfnisse wie bei Eintritt in den Kindergarten oder die Schule reagiert sie flexibel. Die qualifizierte Tagesmutter hat einen Grundkurs „Tagesfamilien“ absolviert, in dem grundlegende Fähigkeiten vermittelt werden. Für die Betreuung von Säuglingen ist ein weiterer Kurs notwendig. Bei jährlichen Fortbildungen und pädagogischen Treffen wird das Wissen vertieft und Erfahrungen ausgetauscht.

Vorteil: Das Tageskind hat die Möglichkeit sich mit anderen Kindern zu treffen und Neues zu entdecken.

 

Au-pair

Als Au-Pair bezeichnet man Jugendliche, die gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld bei einer Gastfamilie im In- oder Ausland tätig sind. Im Gegenzug lernen sie Sprache und Kultur des Gastlandes oder der Gastregion kennen. Die Aufgaben eines Au-Pairs liegen hauptsächlich in der Kinderbetreuung, zusammen mit der Mutter oder dem Vater. Zudem wird eine Mithilfe im Haushalt erwartet. Ganz wichtig: Au-Pairs sind Lernende, vergleichbar mit Praktikantinnen, und dürfen nicht für mehr als zwei Stunden mit den Kindern alleine gelassen werden.

Vorteil: Die Eltern erhalten eine zeitweise Entlastung in der Kinderbetreuung. Die Kinder lernen eine andere Kultur und vielleicht sogar eine andere Sprache kennen.

 

Babysitter

Ein Babysitter ist eine Person, die sich stundenweise um Babys und Kleinkinder kümmert. Oft sind es Schüler oder Studenten, die sich in Abwesenheit der Eltern um die Kinder kümmern, um etwas Geld zu verdienen. Die Einsätze sind meist kurzfristig und sporadisch. In dieser Funktion nehmen die Betreuer keine erzieherischen und fördernden Massnahmen wahr. Es geht nur darum, die Kinder zu betreuen, dass sie nicht alleine sind. Deshalb braucht der Babysitter keine pädagogische Ausbildung. Empfehlenswert ist aber ein Babysitterkurs oder zumindest ein Nothelferkurs. Babysitten ist ab 13 Jahren erlaubt, da Jugendlichen unter 13 Jahren jegliche Form von Arbeit untersagt ist.

Vorteil: Die Eltern können sich kurze Auszeiten nehmen und wissen die Kinder in sicherer Obhut. Ein Babysitter ist günstiger als oben genannte Bereuungsalternativen.